Wenn die ersten Schneerosen und Schneeglöckchen, die Winterlinge und Krokusse blühen, ein paar wärmende Sonnenstrahlen an noch kalten Tagen die Nase kitzeln, die Vögel aber schon ganz verrückt tirilieren, dann bin ich jedes Jahr wieder aufs Neue ganz euphorisch, als wenn das Frühjahr vollkommen neu für mich wäre.
Ich staune immer wieder über diese starken Glücksgefühle, die die ersten Frühlingsanzeichen in mir auslösen. Geht es euch auch so?

Man sagt ja Vorfreude ist die schönste Freude – und auch das lehrt einem der Naturgarten mit dem Wechsel der Jahreszeiten. Wenn wir nur mit allen Sinnen in den Garten gehen und genau wahrnehmen, was dort alles kreucht & fleucht, wie das Licht fällt, die Farben und Formen, die Stauden schieben schon ihre Triebe langsam durch, die Tulpen und Narzissen blitzen zaghaft hervor, dann ist die Vorfreude auf einen bunt-blühenden Garten riesig.
Wie wird es in ein paar Monaten hier aussehen? Ich bin so gespannt, in welchen Farben die Tulpen blühen, ob die Ranunkeln den Frost ohne Verluste überstanden haben, ob die letztes Jahr gesetzten Pfingstrosen schon mehrere Blüten zeigen werden. Und auch ob die Rosen dieses Jahr noch mehr Kraft haben und uns wieder mit ihren wunderschönen Blüten erfreuen. Meist ist das der Punkt, wo ein neues Beet angelegt werden muss, weil doch noch so viele interessante Pflanzen einen Platz in unserem Garten benötigen. Doch bevor alles losgeht, was den Winter über geplant wurde, heißt es jetzt noch mal innehalten und (be)wundern, einfach nur atmen und sein.
Nur in der Natur erfahren wir den Wechsel der Jahreszeiten. Alles ist im Werden & Vergehen. Und wir sind ein Teil davon.
Dieses Begreifen, dass wir ein Teil der Natur sind, ist eine Art Erdung. Du fühlst Dich sicher und geborgen, es ist als ob Du einem Freund begegnest, dem Du 100 % vertraust. Vielleicht ist es sogar Liebe?
Noch ist alles farblich eher gedeckt, wie eine alte Fotografie in Sepia. Die Strukturen kommen im winterlichen Garten besonders gut zur Geltung, die Samenstände der Wilden Möhre, des Gewürzfenchels oder der Astern funkeln im morgendlichen Tau. Wer genau beobachtet, kann einige Insekten entdecken, die Zuflucht gefunden haben in den abgetragenen Stauden. Wir lassen über den Winter alles stehen, das erfreut die vielen Lebewesen, die meist so klein sind, dass wir sie leider oft übersehen. Alles hat seinen Sinn, die vielen kleinen Nützlinge werden in diesem Jahr wieder gute Gartenhelfer sein. Ich freue mich darüber ungemein, dass wir allen Gartenbewohnern viele Nischen und Zufluchtsorte bieten – auch in dem Wissen, dass sie uns das Gärtnern tierisch erleichtern. Für jeden Schädling gibt es auch Gegenspieler – fressen und gefressen werden – wenn wir auf kluge Weise die Nützlinge anlocken, weil es ihnen bei uns gefällt, haben wir kaum Schädlingsdruck und gesunde Pflanzen.
Alles in der Natur ist Teil eines riesigen Netzwerks. Alles hängt mit allem zusammen!

Und ja, es ist Liebe und deshalb heißt dieser Blog auch Biogartenliebe!
Was fühlst Du in Deinem Garten? Oder anders gefragt: Was macht der Garten mit Dir?
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